Sanibel und Captiva Text: Mikel
Die beiden ungleichen Insel-Zwillinge liegen westlich von Fort Myers und man kommt über eine neugebaute Brücke auf die erste Schönheit, Sanibel. Die drei Brücken hat man seit Mitte 2006 komplett erneuert und mit der ersten Brücke von der Ft. Myers-Seite aus hat man die Fahrbahn auf eine Höhe gehoben, bei der auch größere Schiffe unter dieser Brücke herfahren können, ohne dass es wie früher einer Klappbrücke bedarf. Die alte Brücke führte früher zu großen Rückstaus auf beiden Seiten. Der Wegzoll für die Brücke ist mit 6 $ (Stand 2008) relativ hoch, aber wenn man erst auf der Insel ist, weiß man, warum man gerne die Toll entrichtet hat.
Wer zum ersten Mal auf die Insel fährt, sollte zuerst am Ende der Brücke bei dem Fremdenverkehrsbüro anhalten und sich dort mit Infos zu den beiden Insel-Schwestern eindecken. Einige Meter weiter, an der ersten Kreuzung kann man dann links in den Periwinkle-Way fahren, wo zumeist in orangene Warnwesten gehüllte Hilfspolizisten den Verkehr per Hand leiten (es gibt keine Ampel auf beiden Inseln). An dieser Kreuzung fährt man ca. zwei Kilometer in Richtung Leuchtturm und parkt am besten direkt bei dem Parkplatz (1$ pro Stunde) am historischen Sanibel Lighthouse, der auf dem schneeweißen Strand am Südende der Insel thront. Man kann hier über

| hölzerne Stege, die hier das Palmendickicht durchschneiden, auf den Strand gehen und schauen z.B. am Pier, was die Angler heute so an die Angel bekommen haben. Man staunt, welch tropische Fische hier aus dem Golf von Mexiko geangelt werden, sie wären bei uns die Sensation in jedem Aquarium, aber hier ist es völlig normal diese Fische nicht nur aus dem Wasser zu holen, sondern auch für das abendliche Dinner mit nach Hause zu nehmen. Man zieht die Schuhe aus und wandert über den schneeweißen Strand ein Stück in Richtung des Leuchtturms. Meist kann man hier eine Schule Delphine ca. 50-100 Meter vor dem Strand auf der Suche nach etwas Beute kreuzen sehen. Von hier aus fahren immer wieder Schnellboote in einiger Entfernung in den Golf von Mexico oder in den gegenüberliegenden Hafen von Fort Myers Beach. Auf dem Strand liegen Abermillionen von Muscheln, über die sich jeder Sammler freut. Die Strände auf Sanibel und Captiva sind bekannt dafür, daß sie die besten Muschelsuchreviere Amerikas bieten. Oft findet man auch fossile Haizähne, die durch die Meeresbrandung auf den Strand getrieben werden. Auch ist hier eine besondere Seeigelart zu Hause, der Sanddollar. Er hat seinen Namen durch sein Aussehen, dass einer alten Dollarmünze gleicht. Wenn man das Inselende umrundet hat, läuft man wieder durch die Mangroven und Palmenwälder zurück zum Auto. Im Jahr 2004 war der „Dschungel“ hier noch dicht und von hohen Bäumen geprägt. Nach zwei Hurricanes, die die Insel stark getroffen haben, mußte hier komplett renaturiert werden und daher sind im Moment die Bepflanzungen noch nicht so hoch wie vorher. Aber jedes Jahr sieht man den Dschungel wachsen ... !
Zurück geht es gemächlich über den Periwinkle Way, die Hauptstrasse der Insel, die sich einmal komplett durch Sanibel und Captiva windet, in Richtung Norden, an den vielen kleinen Geschäften und Restaurants vorbei, die hier die Bedürfnisse vor allem der Touristen bedienen. Hier kann man sich mit dem notwendigen Beach-Bedarf eindecken, oder auch schöne Kunstartikel in den kleinen Shops finden. Wer hier etwas Hunger versprüht, dem sei z.B. das auf der linke Seite gelegenen „Cheeburger Cheeburger“ empfohlen, wo es hervorragende Burger gibt, deren Belag man sich selbst zusammenstellen kann. Sanibel hat einige Hotels und Motels zu bieten, die allerdings preislich nicht unbedingt zur unteren Kategorie zählen. Wer sich für mehrere Tage hier niederlassen will, der muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Die meisten Hotels findet man auf der Seite zum Golf von Mexico, z.B. am East Gulf Drive und am Middle Gulf Drive.
Weiter geht es in Richtung Captiva auf der Sanibel Captiva Road und nach einigen Meilen findet man auf der rechten Seite ein wunderbares Naturschutzgebiet, das J. N. "Ding" Darling National Wildlife Refuge. Hier gibt es hervorragende Möglichkeiten auf einem Rundweg Alligatoren, viele Vogelarten, Schildkröten (die hier sehr zahlreich sind) und Fische zu beobachten. Man kann zwischen einer Fahrt im Auto, dem Fahrrad und einer Wanderung wählen, der schönste und natürlichste Weg führt per pedes durch dieses Refugium. Der Eintritt zum Park kostet $5 Dollar für ein Fahrzeug mit Insassen und $1 für Fussgänger bzw. Fahrradfahrer.
Zurück auf der Hauptstrasse biegt noch vor dem Blind Pass, dem Übergang zu Captiva, eine Straße zu Sanibels wohl bekanntesten Strand, dem Bowmans Beach ab. Nach 500 Metern findet man mehrere Parkplätze, wo man das Auto gegen eine Gebühr für einige Stunden abstellen kann. Wenige Meter weiter öffnet sich der weiße Sandstrand zum Golf von Mexico hin und gibt den Blick auf das gleißende Meer frei. Wer sonnenempfindlich ist, sollte sich allerdings Sonnenschutz mitbringen, da sich im Gegensatz zum Beach am Lighthouse keine Möglichkeiten für ein Plätzchen im Schatten bietet. Der Bowmans Beach ist bekannt für die Wanderungen der großen Schildkröten, die hier zur Brutzeit auf den Strand kriechen und ihre Eier in den Sand vergraben. Man trifft hier immer wieder örtliche Freiwillige, die sich um den Schutz dieser Brut kümmern und die immer gerne für Fragen rund um die „Tortoise“ zur Verfügung stellen.
Der Blind Pass stellt den Übergang zwischen den beiden Insel-Schwestern her. Kurz vor und nach dem Pass sind Parkplätze auf der Meeresseite und hier ist nach einem Sturm eines der besten Reviere zum Muschelsammeln. Die Brücke selber eignet sich auch gut für Angler als Basis für gute Fänge und als Punkt für herrliche Sonnenuntergangs-Fotos.
Captiva ist die kleinere Schwester von Sanibel, ebenfalls mit wunderschönen Stränden gesegnet. Vieles ist hier etwas feiner und kleiner als auf Sanibel. Nach dem Übergang auf Captiva findet man zunächst einige sehr schöne Villen, die sich links und rechts der Strasse leicht ins Hinterland zurückgezogen haben. Die Sanibel Captiva Road zieht sich hier schnurgerade über eineinhalb Meilen an den teilweise mondänen, aber auch lustig anzuschauenden Grundstückzugängen entlang, an denen die Namen der Villen mit wunderschönen Schildern markiert sind. Am Ende der langen Gerade macht die Strasse einen scharfen Linksknick und wenige Meter weiter hat man das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein: auf der linken Seite öffnet sich die Strasse zum Meer und gibt den Blick auf den Golf von Mexico frei. Rechter Hand liegen Traumvillen, die nur durch die Strasse vom größtenteils privaten Strand getrennt sind. Die Besitzer der teuren Immobilien haben unter kleinen Dächern am Strand bequeme Liegen platziert, wo sie sich dem Nichtstun hingeben, wenn es ihr Terminplan zuläßt. Nach ca. 500 Metern macht diese Traumstrasse wieder einen scharfen Rechtsknick und führt in den Ort Captiva, wo man teilweise das Gefühl hat, die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Hier findet sich am Nordende des Ortes auch wieder eine Gated Community, aber kurz vorher gibt es einen kleinen Parkplatz, wo man das Auto abstellen kann. Hier kann man sich eventuell bei Starbucks einen geeisten Frappucchino gönnen, und mit dem Getränk in der Hand die wenigen Meter zum Strand hinunterlaufen kann, in der Hoffnung, doch noch den ein oder anderen Delphin zu beobachten. Oft sieht man hier einige Strandläufer, die hochmotiviert in der Brandung herum picken. Es ist ein wahrhaft tropisches Gefühl, hier zu sitzen und den Blick auf den Golf von Mexico zu schweifen zu lassen. Natürlich kann ein Bericht über die Insel-Zwillinge nie alle Sehenswürdigkeiten beleuchten, denn dazu bieten Sanibel und Captiva einfach zu viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
Informationen hierzu bieten Seiten wie
www.sanibelflorida.com
www.fortmyers-sanibel.com
www.nbbd.com/godo/ef/gtortoise
sanibelseaschool.org
www.fws.gov/dingdarling J.N. “Ding” Darling National Wildlife Refuge

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