Graureiher

 Text von Mikel 

Amerikanischer Graureiher in Florida

An Wasserläufen und Seen in Florida sieht man im Winter immer wieder einen großen, grauen Vogel, der stolz seinen Weg durch die flachen Gewässer schreitet und nach Nahrung Ausschau hält: Der amerikanische Graureiher (Ardea herodias).

Er ist eng verwandt mit dem europäischen Graureiher, ist aber im Allgemeinen etwas größer und wirkt dadurch noch imposanter. Im Spätherbst macht sich der eigentlich im Norden Amerikas beheimatete Großvogel in Scharen auf den Weg in die südlicheren Gefilde und landet dabei in Südflorida, wo die Nahrungsgründe für ihn reichlich gedeckt sind. Seine Flügelspannweite von bis zu 2 Metern macht den bis zu 1,30 m hohen Vogel zu einem hervorragenden Segler und Flieger.

Der im englischen „great blue heron“ genannte Reiher lebt zumeist in Kolonien und brütet gerne in hohen Sträuchern und auf Bäumen. Wer ihn in Florida einmal durch die Sümpfe staksen gesehen hat, vergisst nie, mit welcher Grazie und Eleganz sich dieser Vogel bewegen kann. Er stochert mit seinem langen Schnabel nach kleinen Fischen und Grünfutter in den flachen Tümpeln und Flussläufen, macht aber auch vor Mäusen, Lurchen, kleinen Vögeln oder Reptilien nicht Halt. Er bewegt sich dabei extrem langsam, damit die Beute nicht durch eine unachtsame Bewegung aufgeschreckt wird.

Die auch Kanadareiher genannten Vögel sind bei den Besitzern von Fischfarmen sehr unbeliebt, da sie auf deren Grund und Boden natürlich eine einfach zu erschliessende Nahrungsquelle finden, in dem sie die Fischteiche plündern,. Eine amerikanische Studie hat allerdings herausgefunden, dass der Graureiher dabei oft kranke Fische frisst, die ohnehin verenden würden, da sich diese Fische eher im Uferbereich aufhalten als gesunde Fische. Dabei muss der Heron auf seine eigene Gesundheit selber aufpassen: sein Appetit ist sehr groß, so das man hin und wieder verendete Graureiher gefunden hat, die an einem zu großen Fisch erstickt sind.